Kurz nach fünf Uhr morgens ging es gestern für unsere kleine Kern-Crew los. Doc McPoke, DoitsuKasumi und Ozeanflocke machten sich auf den Weg nach Göttingen und von dort mit dem ICE weiter nach Hamburg. Das Ziel: das Go Fest Hamburg.
Und das hatte vor allem einen Namen: Mewtu X.
Erst einmal: ziemlich voll
Nach unserer Ankunft führte uns der Weg zunächst zum Xperion, rund um das sich ein großer Teil des Geschehens abspielte. Dort merkten wir ziemlich schnell, wie viele Spieler an diesem Samstag nach Hamburg gekommen waren.
Es war voll. Richtig voll.
Den ersten Stempel der Stempelrallye gab es oben im Saturn im selben Gebäude. Dort bildeten sich lange Schlangen und der Laden war entsprechend gut gefüllt. DoitsuKasumi und Ozeanflocke wollten die Stempelrallye mitmachen, während ich darauf verzichtete.
Für mich standen ohnehin die Raids im Mittelpunkt.
Mewtu X mit 13 Schilden
Auf Mewtu hatten viele Spieler lange gewartet. Entsprechend groß war der Andrang bei den Raids mit Mewtu X.
Die Kämpfe liefen anders ab, als wir es nach den Bildern und Videos von vorherigen Veranstaltungen erwartet hatten. Im Grunde funktionierten sie ähnlich wie die Super-Mega-Raids: Mewtu X verfügte allerdings über satte 13 Schilde.
An Mitspielern mangelte es dabei definitiv nicht. Die Raid-Lobbys waren praktisch sofort voll. Wer mit mehreren Leuten gemeinsam unterwegs war, musste sogar aufpassen, überhaupt in derselben Lobby zu landen.
Aber ganz klar: Lieber so als andersherum.
Es gibt kaum etwas Nervigeres, als bei einem Event vor einer Arena zu stehen und darauf zu warten, dass irgendwann genügend Spieler für einen Raid zusammenkommen. Dieses Problem gab es in Hamburg nicht. Raid auswählen, Lobby betreten und los ging es.
Das war richtig gut.
Das ganz große Mewtu war bei uns dreien zwar offenbar nicht dabei. Dafür konnten wir reichlich Mega-Energie sammeln – und allein die Möglichkeit, nach langer Zeit wieder ausgiebig Mewtu zu raiden, war die Fahrt wert.
Raus aus dem größten Gedränge
Das Wetter spielte ebenfalls mit. Sonne, ein paar Wolken und angenehme Temperaturen boten eigentlich perfekte Voraussetzungen für einen Tag in Hamburg.
Bei einer geführten Raid-Runde fiel allerdings auf, dass die Strecke ziemlich konsequent durch die pralle Sonne führte. Das mussten wir uns nicht unbedingt antun.
Also setzten wir uns etwas ab und fuhren mit der U-Bahn in die HafenCity.
Dort war es zunächst wesentlich ruhiger. Wir waren erst ein wenig abseits des eigentlichen Geschehens gelandet und mussten uns durchfragen, wo die nächste Station der Stempelrallye überhaupt zu finden war. Schließlich fanden wir den kleinen Park, in dem deutlich mehr Spieler unterwegs waren. Dort entstand unter anderem auch ein gemeinsames Foto der Pokémon-Go-Community.
Anschließend trennten sich unsere Wege für eine Weile. DoitsuKasumi und Ozeanflocke machten sich auf nach Planten un Blomen, um den nächsten Stempel zu ergattern.
Zumindest war das der Plan.
Derjenige, der den Stempel verteilen sollte, war nämlich nicht wirklich auffindbar. Die Auskunft vor Ort half nur bedingt weiter: Er müsse irgendwo im Park unterwegs sein.
Nun ja.
Ich hatte derweil ein anderes Ziel.
Noch ein Mewtu. Und noch eins.
Ich fuhr zurück in die Innenstadt. Schließlich war ich zum Raiden nach Hamburg gekommen und hatte vormittags noch längst nicht genug davon bekommen.
Rund um das Xperion standen für das Event zahlreiche zusätzliche Arenen zur Verfügung. Damit begann für mich der ausgesprochen angenehme Teil des Tages: ein Mewtu-Raid nach dem anderen.
Genau das erwarte ich von einem solchen Event.
Es muss etwas zu tun geben. Ich möchte nicht zu einer besonderen Pokémon-Go-Veranstaltung fahren und anschließend feststellen, dass ich genauso gut zu Hause hätte spielen können. In Hamburg war das Gegenteil der Fall. Es gab ständig Raids, genügend Mitspieler und entsprechend reichlich Gelegenheit, die angebotenen Inhalte tatsächlich zu spielen.
Wenn plötzlich ein Triathlon im Weg ist
Eine Besonderheit dieses Wochenendes hatte mit Pokémon Go eigentlich überhaupt nichts zu tun.
Zeitgleich fand in Hamburg eine große Triathlon-Veranstaltung statt. Dadurch waren im Innenstadtbereich zwischen Bahnhof, Rathaus und in Richtung Landungsbrücken teilweise Wege über Stunden gesperrt.
Für ein Event, dessen ursprünglicher Bereich sich auf die Innenstadt konzentrieren sollte, ist das natürlich denkbar ungünstig.
Hier muss man der Hamburger Community zugutehalten, dass sie auf das Problem aufmerksam gemacht und reagiert hat. Der Eventbereich wurde schließlich auf die HafenCity und Planten un Blomen ausgeweitet. Auch dort standen zahlreiche zusätzliche Arenen zur Verfügung.
Ohne diese Erweiterung hätte der Tag wahrscheinlich ganz anders ausgesehen.
Eine etwas eigenwillige Verlosung
Später trafen wir uns wieder am Bahnhof und kümmerten uns erst einmal um etwas Essbares. Danach ging es noch einmal zurück zum Xperion.
Dort fand unter anderem eine Verlosung statt, deren Ablauf zumindest gewöhnungsbedürftig war. Namen wurden aufgerufen, kurz gewartet und wenn sich niemand meldete, ging es ziemlich flott mit dem nächsten Namen weiter.
Auch bei der Stempelrallye hätte manches etwas besser laufen können. Wer extra durch Hamburg fährt, um die verschiedenen Stationen abzuklappern, sollte den Menschen mit dem begehrten Stempel am Ende schließlich auch finden können.
DoitsuKasumi und Ozeanzocke konnten sich zumindest den letzten Stempel beim Xperion noch holen.
Typisch Bahn zum Abschluss
Irgendwann war dann Schluss und wir wollten wieder nach Hause.
Die Bahn hatte allerdings andere Vorstellungen von einer entspannten Rückreise. Unser ursprünglich gebuchter Zug war vorverlegt worden und andere Verbindungen sollten laut Auskunft ziemlich voll werden.
Nach einem langen Tag wollten wir allerdings auch irgendwann etwas essen und nicht sofort in den nächsten Zug springen.
Am Ende landeten wir in einer Verbindung Richtung Göttingen, die wegen ihrer erheblichen Verspätung kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Fahrplan zu tun hatte. Dafür war der Zug nahezu leer.
Manchmal kann eine ordentliche Verspätung offenbar auch Vorteile haben.
Wir kamen jedenfalls wieder gut zu Hause an.
Hat sich Hamburg gelohnt?
Definitiv.
Nicht alles war perfekt organisiert. Das Xperion war gerade am Vormittag extrem voll, bei der Stempelrallye gab es zumindest in Planten un Blomen Probleme und auch die Verlosung hätte man sicherlich etwas anders gestalten können.
Aber das sind am Ende Begleiterscheinungen.
Für mich ist bei einem Pokémon-Go-Event entscheidend, was das eigentliche Spiel an diesem Tag bietet. Und da konnte Hamburg punkten. Mewtu X, zahlreiche weitere interessante Raids, zusätzliche Arenen und vor allem genügend Spieler, um praktisch jederzeit loslegen zu können.
Dazu kam Hamburg selbst. HafenCity, Innenstadt, Planten un Blomen – für eine Veranstaltung, bei der man ohnehin den ganzen Tag unterwegs ist, bietet die Stadt eine hervorragende Kulisse.
Für irgendein Event würde ich deshalb trotzdem nicht automatisch durch halb Deutschland fahren. Es muss schon etwas geboten werden, das die Reise rechtfertigt.
Beim Go Fest Hamburg war das der Fall.
Und nach diesem Tag dürfte Mewtu-Energie bei uns jedenfalls erst einmal kein knappes Gut mehr sein.